Ja, ich habe es getan… Noch bis vor ein paar Tagen hatte ich keinen Schimmer wie überhaupt das Menü einer Sony-Kamera aussieht geschweige denn funktioniert. Jetzt nach ein paar Tagen „Sony A7R“ will ich unbedingt mal zusammenfassen warum ich mit meinem Systemwechsel mehr als zufrieden bin und warum ich mich dazu entschieden habe.

Es war mal wieder die gute alte Werbeanzeige, die mir die Sony A7R „vorstellte“. Ein kleines Fenster blobbte beim abendlichen surfen auf und weckte mein Interesse…

Also hab ich verschiedene Testseiten besucht und schon vom optischen, ersten Eindruck war ich begeistert. Ich feier dieses minimalistische Design, die Aufgeräumtheit aller Knöpfe und das schwarze, spritzwasser-geschütztem Magnesiumgehäuse. Irgendwie hatte ich mich doch am Canon-Design langsam satt gesehen.

Gewicht- und Größenangaben flashten mich dann gleich noch mehr. Gewicht und Größewaren Negativpunkte, die mich in letzter Zeit des Öfteren bei meiner Canon 6D störten. Vor allem bei ganztägigen Hochzeitsreportagen oder länger dauernden Shootings wünschte ich mir oft etwas weniger Masse zum schleppen und vor allem filmen.

DIE LEICHTESTE VOLLFORMATKAMERA AUF DEM MARKT!

Der Body der A7R wiegt betriebsbereit – ohne Objektiv – gerade einmal 500g. Bei der Canon sind das schon 300g mehr. Über Größe kann man streiten und diskutieren. Viele Fotografen haben für ein besseres Handling gern mehr in der Hand. Das ist nunmal Geschmackssache.

Das waren alles viele positive Aspekte, die mir nun im Kopf herumschwirrten, aber ich wusste noch nicht einmal was die Kamera eigentlich sonst so drauf hat. Auf der anderen Seite waren aber auch schnell die Contra-Punkte da, welche mich an den finanziellen Teil eines Systemwechsels (von Canon zu Sony) erinnerten:

Was mache ich mit meinen Objektiven, funktionieren meine Auslöser für die Studio- und Aufsteckblitze weiterhin und würde ich überhaupt mit einem neuen System zurecht kommen?

Es war nun bereits mitten in der Nacht und das alles beschäftigte mich so sehr, dass ich noch bis in die Morgenstunden gelesen und vor allem massig an Video-Reviews geguckt habe.

Einige meiner Fragen beantworteten sich dadurch recht schnell und als ich feststellte, dass es spezielle Adapter gibt, welche es möglich machen, Canon Objektive am Sony E-Mount zu verwenden musste ich einfach bestellen.

WARTEN AUF DEN POSTBOTEN!

Einige Tage nachdem ich also das erste Mal überhaupt einen Bericht zu einer Sony Kamera gelesen habe, kam der Postbote mit einem Paket und meiner neuen Kamera, der Sony A7R. Verrückt!

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DIE DETAILS

Die Sony A7R ist eine 36MP Vollformatkamera mit Wechselobjektiven und digitalem Sucher. Vor diesem Sucher, der eben digital und nicht mehr wie bei meiner Vorgängerkamera optisch ist, hatte ich anfangs etwas Bammel. Nach den ersten Versuchen und Shootings bin ich aberpositiv überrascht worden:

Bilder direkt im Sucher kontrollieren, Features wie die Wasserwaage und ein Histogramm oder einfach das komplette Menü der Kamera. Ich glaube ich habe noch nie von einem technischen Gerät mit so viel Begeisterung eine Bedienungsanleitung studiert.

Das absolute Highlight der Kamera für mich ist die sogenannte Kantenabhebung (Fokus Peaking): Sie ist dazu da um den Schärfepunkt beim manuellen fokusieren besser festzulegen und beurteilen zu können. Die scharf gestellten Bereich werden mir dann im Sucher oder auf dem Monitor farblich hervorgehoben und ich weiß immer zuverlässig wo meine Schärfe gerade ist. Absoluter Luxus und vor allem beim Filmen von Hochzeiten nicht mehr wegzudenken. Hätte ich von dieser Funktion nur schon früher gewusst…

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In Sachen Schärfe war ich ja von meiner Canon 6D schon immer sehr begeistert, was die A7R mit ihren 36MP da aber abliefert ist eine Wucht! Anfangs verwendete ich noch meine Canon Objektive (135mm 2.0L, 50mm 1.4 und 1.8, 24mm 2.8). Schnell störte mich dann aber der Adapter (Link) und die dadurch deutliche Verlangsamung des Autofokus auf teilweise bis zu 3 Sekunden.

Außerdem störte es mich, dass ich mir meine Kamera, welche mich ja vor allem überzeugte weil sie so leicht und klein war, durch ein zusätzliches Teil künstlich erschwerte. Außerdem gab es von Yongnuo sehr wohl passende Auslöser zu passendem Preis für meine Blitze.

SONY OBJEKTIVE MUSSTEN HER!

Das war der Punkt, an dem ich dann doch alle meine Objektive von Canon über eBay, Foren und Facebook verkaufte und zu aller erst das Sony SEL55F18Z Sonnar T* FE 55 mm F1,8 ZA bestellte. Diese Linse kannte ich bereits durch einige Videos und wusste was sie kann und wie sie aussieht. Ein Hingucker mit hammerharter Schärfe. Auch optisch ist es das schönste Objektiv, das ich bisher in Händen halten konnte. Gut, mit knapp 900,- Euro nicht gerade günstig.

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Weiter war Anfang Mai das Sony SEL-28F20 FE 28mm vorgestellt worden. Ein Objektiv, das mir als perfekter Ersatz für mein Canon 24mm 2.8 dient und mit einer max. Offenblende von 2.0 auch noch lichtstärker ist. Da ich dieses hauptsächlich zum Filmen nutze, ist es zusätzlich von Vorteil, dass es mit knapp 200g schön leicht ist.

Und zu guter letzt stieß ich bei der Suche nach einer Portraitlinse im Bereich von 85-135mm auf die Ankündigung von Zeiss und die neue Batis-Serie, welche Ende Juli 2015 auf den Markt kommt. Das Zeiss Batis 1.8/85 mm liegt schon in meinem Warenkorb und wenn es nur angehend an das 55mm herankommt bin ich danach wunschlos glücklich und vor allem wieder perfekt aufgestellt mit meinen festen Brennweiten.

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ZURÜCK ZUR KAMERA.

Eine Funktion, die ich nicht mehr hergeben wollen würde, ist die Möglichkeit einige Tasten mitindividuellen Funktionen nach eigenem Wunsch zu belegen. Sehr praktisch und vor allem komfortabel.

Eine meiner Lieblingsfunktionen, die ich bisher von Canon auch nicht kannte ist der Augen-AF, welcher super bei Portraitsshootings funktioniert. Die Kamera findet hier die Pupillen im Bild und stellt darauf scharf. Und das funktioniert wirklich sehr, sehr gut.

Nicht vergessen darf man auch das Klappdisplay. Ich hatte ganz vergessen, wie nützlich es ist, das Display nach oben oder unten zu klappen und so ganz andere und neue Bildwinkel zu finden, ohne sich den Kopf zu verrenken.

MINUSPUNKTE

Was nicht so gut funktioniert und auch bei der Canon schon immer ein Gedulds- und Glücksspiel wie ist ein Wifi-Tethered Shooting direkt in mein Macbook. Warum ist das so schwer, das einfach und funktionierend zu gestalten?

In Sachen Akkuleistung ist die Sony – vor allem auf Grund des digitalen Suchers – der Canon weit hinterher. Dieses Problem hab ich für mich aber mit zwei No-name Zusatzakkus gelöst. Bei diesen Akkus war dann auch gleich noch das passende Ladegerät dabei. Die Kamera nämlich sonst nur über USB-Kabel zu laden fänd ich ganz schön unpraktisch.

FAZIT!

Für mich hat sich der Systemwechsel total gelohnt und ich bin mehr als zufrieden mit meiner Sony und auch den neuen Sony-Objektiven. Ich habe eine tolle neue Kamera, die kleiner und leichter ist als die Canon, welche auf jeden Fall auch eine super Kamera war. Außerdem gibt es eine viel bessere Dynamik in meinen Bildern, mehr Megapixel und tolle Zusatzfunktionen wie vor allem die Kantenabhebung und den Augen-AF.  


 LINKS

Ich habe mal eine kleine Linksammlung (zu Amazon) erstellt mit allen Produkten, welche im Artikel genannt werden.

Dominik Geisler

Ich blogge über Design und Fotografie. Poste meine eigenen Projekte. Schreibe Tipps, Tutorials, Rezensionen und teste Produkte.