Lange Zeit habe ich mein kleines Studio für die Produktfotografie umständlich umgebaut: Lampenstative mussten auf die Seite gestellt werden, um den Hintergrund über den Boden abzurollen. Dieser Hintergrund war dann immer nur schwarz, es fehlte mir weiß. Alles eben kompliziert und für kleine Produkte (Flaschen, Kerzen, Blitze, etc.) viel zu aufwendig.

Ich machte mich auf die Suche nach etwas flexiblerem, um auch mal schnell zwischendurch ein Produktfoto schießen zu können, ohne gleich Chaos im Studio zu fabrizieren.

Aufnahmetische UND ANDERE IDEEN

Als erstes stieß ich auf die bekannten Aufnahmetische. Diese gibt es im günstigen Preissegment zum Beispiel von Walimex ab ca. 79,- Euro bei Amazon.de.

Leider sind diese Tische doch sehr massiv und – auch wenn zusammenklappbar – schwer zu verstauen. Also ungeeignet, wenn das eigene Studio nicht besonders viel Platz bietet.

Eine zweite Idee, die mich lang beschäftigte, war ein mobiles Hintergrundsystem zu erwerben (ab ca. 90 Euro zu haben), auf dessen Querstange ich dann die jeweiligen Hintergründe aufspanne. Es war aber schnell klar, dass das auch nicht gerade komfortabel und für ein kleines Homestudio bestimmt keine gute Lösung ist.

Die Hohlkehle

Wenn man sich etwas mit der Produktfotografie beschäftigt, stößt man schnell auf den Begriff der „Hohlkehle“.

In der Fotografie wird eine Hohlkehle verwendet, um Freisteller-Aufnahmen anzufertigen. Der Hintergrund wird dabei wie eine Hohlkehle geformt, wodurch ein nahtloser Übergang von Wand zum Boden möglich ist und störende Raumlinien vermieden werden. (Wikipedia)

Warum ist es nicht möglich eine solche Hohlkehle ohne Hintergrundsystem oder großen Aufnahmetisch zu bekommen? Nach einiger Recherche war mir klar: Es ist möglich.

Ich fand eine solche Hohlkehle (eine gebogene, weiße PVC Platte), die mit ca. 70cm Breite optimal ist für kleinere Objekte und Produkte. Durch das geringe Maß, kann ich diese Hohlkehle auch einmal schnell ans nächste Fenster stellen und habe so eine „optimale“ Ausleuchtung des entsprechenden Gegenstandes. (Sonst nutze ich natürlich meine Studioblitze)

Die Hohlkehle steht von selbst und auch recht stabil auf dem Boden. Um das ganze noch komfortabler zu gestalten besorgte ich mir noch zwei Tischböcke, eine Tischplatte von Ikea und fertig war mein eigener Aufnahmetisch.

Benötige ich jetzt einen schwarzen Hintergrund, habe ich mir einen Studiokarton auf die Maße der Hohlkehle zugeschnitten und klemme diesen einfach in die Rundung.

Ein großer Vorteil

Tischplatte und Böcke sind schnell im Keller verräumt und können auch für handwerkliche Zwecke zum Einsatz kommen. Die Hohlkehle kommt unter meinen Schreibtisch im Eck des Studios.

Ich bin mit diesem Setup mehr als zufrieden: Schnell auf- und abgebaut, flexibel an mehreren Orten im Haus/Studio einsetzbar.

Wenn man bedenkt das ein guter Aufnahmetisch preislich bei 200 Euro aufwärts beginnt, ist meine DIY-Aufnahmetisch-Lösung schon fast ein Schnäppchen. Folgend einmal meine Ausgabenliste mit den passenden Links:

Der Vorteil an meiner Idee mit den Tischböcken ist, dass ihr die Tischplatte so groß wählen könnt wie ihr möchtet und jederzeit variieren könnt. Das ist praktisch, wenn man neben der Hohlkehle noch Fotoequipment oder Shootingzubehör ablegen möchte.

Ich hoffe mein Tipp hilft dem ein oder anderen weiter und würde mich freuen, eure Setups zu sehen.

Testfotos

Anbei mal ein paar Fotos, die ich mit dem oben genannten Setup gemacht habe. (belichtet mit Studioblitz und Softbox von oben.)

 

Dominik Geisler

Ich blogge über Design und Fotografie. Poste meine eigenen Projekte. Schreibe Tipps, Tutorials, Rezensionen und teste Produkte.