Vor ca. einem Jahr habe ich mir – besonders für Aufträge im Hochzeitsbereich – den Vanguard Xcenior 48T Fototrolley besorgt, um mein ganzes Equipment gesammelt und vor allem sicher transportieren zu können.

Früher nutzte ich hierfür einen Rucksack (manchmal auch zwei oder drei) und mehrere kleine Koffer. Da ich aber gerne „komfortabel minimal“ unterwegs bin, gab es keinen Weg an einem Trolley vorbei.

Jetzt, nach den ersten Erfahrungen und mehren Hochzeiten mit dem Vanguard wollte ich diesen auf die Probe stellen und gegen einen Manfrotto Trolley, den MB MP-RL-70BB, antreten lassen. Für welchen der beiden Foto/Videokoffer mit Rollen ich mich schlussendlich entschieden habe, lest ihr am Ende dieses kleinen Tests.

DIE ABMESSUNGEN

Wichtig bei einem Trolley sind dessen Maße: Wie hoch, wie breit, wie viel passt hinein? Ist der Trolley selbst gut zu transportieren und nicht zu wuchtig?

Da ich den Trolley während einer Hochzeit in der Kirche meist bei mir habe bzw. ihn in einem Eck sicher abstellen möchte, wollte ich kein Ungetüm, gleichzeitig aber natürlich meine Ausrüstung bei mir haben.

Mit beiden Koffer-Größen bin ich daher sehr zufrieden:

  • Vanguard: (BxTxH): 380 x 290 x 485 mm
  • Manfrotto: (BxTxH): 375 x 230 x 560 mm

Der Manfrotto ist somit etwas höher, was sich auch im Inneren zeigt. Ein erster Vorteil: Da ich in letzter Zeit meine Filmausrüstung etwas erweitert und verändert habe, ist etwas mehr Platz natürlich nicht schlecht.

DAS INNENLEBEN

Bilder sagen mehr als Worte, weshalb ich beide Koffer einmal mit meiner Ausrüstung bepackt habe. Die Aufgabe für beide war dabei folgendes Zubehör aufnehmen zu können:

Es dürfte klar sein, dass hier der Manfrotto die Nase vorne hat. Die ca. 10cm mehr Höhe merkt man auch im Innenbereich und ich bekomme vom Akku über Objektiv bis hin zu meinem Gimbal alles hinein. Der Vanguard schlägt sich aber nicht schlecht. Lediglich eine Sony Kamera, sowie ein Objektiv und der Gimbal müssen draußen bleiben.

Links: Manfrotto | Rechts: Vanguard

Beide Trolleys haben ein gepolstertes, variabel einteilbares Klettraster. Das von Manfrotto ist etwas hochwertiger verarbeitet. So sind auch die Zwischenteile mit Stoff bezogen, während beim Vanguard eine Art Plastiküberzug verwendet wurde.

Der Vanguard Trolley hat noch ein Schutznetz über dem Equipment; dieses würde ich mir beim Manfrotto auch wünschen. Sollte der Trolley also einmal seitlich liegen und geöffnet werden, würde das Netz alle beisammen halten.

Ein dicker Minuspunkt für den Vanguard: Die Schlaufen, die den Deckel nach dem Öffnen halten sollen, sind meiner Meinung nach völlig sinnfrei, da ich so auch nicht an meine Ausrüstung komme (außer ich öffne die Schlaufen natürlich).

Beim Manfrotto lassen diese Schlaufen eine Öffnung bis zu 90 Grad zu. Somit hält der Deckel in der Senkrechten und ich kann mein Equipment ohne Probleme herausholen.

Beide Trolleys haben viele kleine Nebenfächer für Speicherkarten, Akkus, etc. Die Anordnung dieser Fächer in einer Art Netz (innen) gefällt mir beim Manfrotto etwas besser als die Außentasche beim Vanguard.

Ein Pluspunkt für den Vanguard: Es wird noch eine kleine Zubehörtasche mitgeliefert.

DIE VERARBEITUNG

Vanguard und Manfrotto sind zwei Topmarken der Fotobranche und das merkt man auch an den Trolleys. Beide sind hochwertig verarbeitet:

Kein Reißverschluss klemmt, die Klettraster halten ordentlich und lassen sich trotzdem leicht entfernen. Die Innenräume bieten bei beiden guten Schutz für mein Equipment.

Beide Trolleys lassen sich über die integrierten Rollen ziehen. Hier konnte ich keine großen Unterschiede feststellen. Sowohl Vanguard als auch Manfrotto lassen sich leicht ziehen, die Rollen machen einen weichen, leisen und leichtgängigen Eindruck.

DIE OPTIK

Bei der Optik scheiden sich ja oft die Geister. Die Optik war auch ein Hauptgrund, warum ich den Manfrotto bestellen musste. Ich finde ihn großartig – optisch.

Wenn ich den Vanguard und den Manfrotto nebeneinander stelle, dann fällt meine Wahl eindeutig auf den Manfrotto.

Die „bauchige“ Form des Vanguards hatte mich von Anfang an nicht umgehauen. Der Manfrotto hingegen ist stilvoll geradlinig und macht mir einen noch hochwertigeren optischen Eindruck.

DER PREIS

Beide Fototrolleys würde ich im mittleren Preissegment ansetzen.

 

MEIN FAZIT

Wer mit seinem Equipment auf Reisen gehen möchte oder wie ich, während eines Auftrags gerne alles bei sich hat, der ist mit beiden Trolleys wirklich gut bedient: Eine top Verarbeitung und massig Stauraum, der zusätzlich die Ausrüstung schützt.

Der Vanguard ist etwas günstiger, der Manfrotto etwas größer.

Hauptsächlich wegen der Optik und ein paar Zentimeter mehr Platz im Inneren entscheide ich mich schlussendlich für den Manfrotto und werde den Vanguard erst einmal im Studio stehen lassen.

Wer nicht all zu viel Equipment mitführen und etwas Geld sparen möchte, der kann getrost zum Vanguard greifen.

Dominik Geisler

Ich blogge über Design und Fotografie. Poste meine eigenen Projekte. Schreibe Tipps, Tutorials, Rezensionen und teste Produkte.