Irgendwann kommt jeder Fotograf an den Punkt, an dem man sich gern ein neues Objektivzulegen möchte, das lichtstärker ist oder vielleicht einen neuen Brennweiten-Bereich abdeckt. Seitdem ich nun seit ca. 2 Jahren mit der Sony A7R unterwegs bin nutzte ich nur die nativen Festbrennweiten. (Sony SEL5518Z und Sony SEL28F20)

Bei mir war es ähnlich und mir fehlte irgendwie eine Brennweite zwischen den 28 und 55mm. Außerdem wollte ich ein Objektiv, welches den Telebereich etwas abdeckt. Sony selbst hat meiner Meinung nach hier noch etwas aufzurüsten. Die 35mm Linse von Zeiss ist mir den Preis nicht wert, da es zu nah an meinem 28mm ist, die G-Objektive sind mir mit über 2.000 Euro einfach zu teuer und die Standard-Kit-Linsen sind qualitativ einfach zu schlecht.

Oft hatte ich dann überlegt mit z.B. einem Metabones-Adapter Canon Objektive zu montieren. Aber einerseits ist der Metabones Adapter schweineteuer und andererseits wird der AF sehr langsam. (Was er ohnehin bei der A7R ja schon ist.) Hier kam dann der Gedanke ins Spiel weg zu gehen vom Autofokus und mich einmal mit manuellen, analogen Objektiven zu beschäftigen. Optisch hat mir dieser Retro-Look sowieso schon immer gefallen.

MINOLTA MD AUS DEM JAHR 1978

Schnell kam ich über einige Seiten und Testberichte auf die MD/MC Serie von Minolta. Bei eBay und den Kleinanzeigen fand ich einige Festbrennweiten zu unglaublich günstigen Preisen. Ich entschied mich zuerst für ein Minolta MD 35mm f2.8, welches bereits in den 80er Jahren gebaut wurde.

Lovely cabin at lake Eibsee 🌲

A photo posted by Dominik Geisler (@dominikgeisler) on

Ein optisch und mechanisch exzellent konstruiertes Objektiv. Bezahlt habe ich dafür gerade einmal 60 Euro. Hinzu kommt dann noch der passende Adapter. In meinem Fall ist das ein Fafada Minolta auf Sony NEX Adapter für günstige 7,99 Euro. (In Sachen Adapter scheiden sich die Geister, aber ich bin mit meinem mehr als zufrieden und hatte damit bisher keine Probleme.)

Die ersten Bilder mit dem Minolta an der A7R waren von Qualität und Schärfe so gut, dass ich es immer noch nicht glauben konnte wie wenig ich dafür ausgegeben habe. Das manuelle fokussieren klappt schnell und macht richtig Spaß, auch aufgrund der Verarbeitung beim Minolta-Objektiv. Irgendwie fotografiert man bewusster und überlegter.

Aus diesem Grund bin ich seit ein paar Tagen auch stolzer Besitzer eines 135mm Objektivs, ebenfalls von Minolta mit dem gleichen Adapter. Eine vergleichbare Linse würde an die 900,- Euro kosten. Ich habe mit 90 Euro 10-Mal weniger bezahlt. Ich konnte es bereits am wunderschönen Eibsee zum Einsatz bringen und schnell feststellen, dass die Schärfe überragend ist.

NICHT NUR MINOLTA

Natürlich gibt es neben Minolta noch massig andere Hersteller und alte Objektive. Canon hat mit der FD-Reihe beispielsweise auch tolle und günstige Linsen. Pentax mit „super“ oder „asahi“ ebenso. Mir persönlich gefallen die Minoltas aber auch von der Optik und Haptik so gut – das ist Geschmackssache. Aktuell bin ich stolzer Besitzer eines 24mm, 35mm und des 135mm.

ZUSAMMENFASSUNG

Dieser Artikel sollte kein Testbericht zu irgendwelchen Objektiven sein, sondern anregen sich einmal mit den manuellen, Retroobjektiven auseinanderzusetzen. Alles was ihr braucht ist die Linse selbst z.B. von eBay oder eBay-Kleinanzeigen und einen passenden Adapter für eure Kamera von Amazon.

minolta-135mm-dominik-blog-test

Dominik Geisler

Ich blogge über Design und Fotografie. Poste meine eigenen Projekte. Schreibe Tipps, Tutorials, Rezensionen und teste Produkte.